Alpenklinik Santa Maria

Bewegtes Lernen

Ein Teil der Kinder und Jugendlichen an der Sophie-Scholl-Schule  hat im Laufe des Lebens nicht gelernt, Verantwortung zu übernehmen, sich selbst Ziele zu stecken und Wege auszuprobieren. Überforderung, Ängste, Stress, (Chronische) Krankheiten, ..., führen dazu, für die Entwicklung nötige Herausforderungen zu umgehen und Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Anstrengungen werden vermieden und verschiedene Gewohnheiten und Muster schleichen sich ein, die auf den ersten Blick das Leben „leichter" machen. Computerspiele lenken von den Sorgen ab und ersetzen den manchmal auch anstrengenden Kontakt zu Gleichaltrigen, Frustessen füllt die eigene Leere, usw.

Wie aber können Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Zielstrebigkeit in der Schule gelernt werden? Wie können wir wieder „Bewegung" in diese festgefahrenen Gewohnheiten bringen?

Die Sophie-Scholl-Schule bringt so einiges in Bewegung!

In unserem Klassenzimmer gibt es eine Schülerecke. In dieser können wir Schüler alle wichtigen Informationen auf einen Blick ablesen, unsere Bücher ablegen und  „Lernhelfer", wie Klangschale oder Schütteldose finden.  Heute möchten wir vor allem unsere Schülerwand vorstellen.

Die Wand ist in vier Spalten eingeteilt. Auf der linken Seite sind die Namen der Schüler zu lesen, daneben sind die Kärtchen für die Inputphasen und der individuellen Pause, ganz rechts finden wir die Terminübersicht. Diese Wand hilft uns, den eigenen Schultag sinnvoll zu organisieren und selbst zu planen.

Gerade schreibe ich die Termine meiner Mitschüler auf, denn ich bin diese Woche der Tafeldienst. Von einem Zettel lese ich die angegebenen Termine ab. Am wichtigsten ist die Uhrzeit der Termine und wohin die Schüler müssen, dafür überlege ich mir eine Abkürzung. Nun kann jeder Schüler nachlesen wann er gehen muss und wohin, dafür ist er nun selbstständig verantwortlich. (Lionel, 12 Jahre)

In der Spalte für Input kann ich sehen, wann ich mit der Lehrerin etwas Neues lerne. Manchmal arbeite ich dabei mit anderen Kindern zusammen oder alleine mit der Lehrerin. Es ist meine Aufgabe täglich nachzusehen, ob ich eine Inputphase habe. (Emilia, 9 Jahre)

Wenn man Pause machen möchte, hänge ich ein Pausenschildchen in meine Spalte und je nachdem wie lange ich Pause machen möchte, streiche ich die Anzahl an Minuten durch. Pro Tag stehen mir 15 Minuten zur Verfügung. Ich kann in der Zeit z.B. Papierschnipsel für unsere Regenwaldaktion reißen, mich aufs Sofa setzten und was essen oder mich mit einer Freundin aus einer anderen Klasse treffen und unterhalten. Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass nur drei Kinder aus der Klasse gleichzeitig Pause machen. Das kann ich an den Pauseschildchen sehen. (Melanie, 11 Jahre)

Ich suche mir zum Lesen einen Lesepaten aus und stecke mein Leseschildchen, damit meine Lehrerin weiß, dass ich beim Lesen bin, an die Schülerwand. Nun gehe ich mit meinem Paten zur Lesetreppe oder Leseecke und lese 10 Minuten laut vor. Mein Lesepate kann mir dann Tipps geben. Nach dem Lesen hänge ich mein Kärtchen wieder runter. Es dürfen immer nur drei Kinder gleichzeitig aus einer Klasse zum Lesen. (Madeleine, 10 Jahre)

Die Schülerwand finden wir prima. Uns gefällt es die Pausen selbstständig eintragen und wählen zu können. Es fällt auf, dass wir gar nicht immer die ganze Pausenzeit aufbrauchen, sondern so im Arbeiten vertieft sind, dass der Tag ganz schnell vergeht. Für uns hat sich die Schülerwand bewährt und es macht Spaß als eigener Chef seinen Tag zu gestalten. (Lionel, Klasse 4/5/6)

Fairer Mobiler Pausenverkauf

Von montags bis donnerstags haben Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Möglichkeit Produkte aus Fairem Handel zu kaufen. Dies können sie in ihrer individuellen Pausenzeit im Fairen Mobilen Pausenverkauf von 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr tun. Angeboten werden kleine Schokoladentäfelchen, Reiswaffeln, Orangensaft, Tee und Cappuccino. Unsere Verkaufsartikel beziehen wir von unserem außerschulischen  Kooperationspartner dem „Weltladen Sonthofen".

Alle Schülerinnen und Schüler aus dem Sekundarbereich übernehmen im Laufe ihres Aufenthaltes einen Dienst im Pausenverkauf und engagieren sich damit aktiv am gemeinsamen Schulleben. Sie arbeiten in ihren Bereichen in höchstem Maße eigenverantwortlich.  Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich anhand der Produkte den Unterschied zwischen herkömmlichem und fairem Handel. Sie erleben unmittelbar, wie sie  durch den Verkauf und Konsum der fairen Produkte mit Menschen aus Brasilien, Bolivien, Paraguay, der Dominikanischen Republik, Thailand, Philippinen und Tansania und deren Lebenssituationen verbunden sind. Sie bekommen die Möglichkeit eine eigene Haltung als „verantwortungsbewusste" Verbraucher zu entwickeln. Dabei erleben sie die Wirksamkeit des Einzelnen im globalen Weltmarktsystem.

Im Rahmen des Mentoren Prinzips führen sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig in die Dienste ein und arbeiten in Tandems in folgenden Bereichen:

  • Quellwasserdienst
    Jeden Morgen wird aus der Zapfanlage der Klinik frisches  Quellwasser mit und ohne Kohlensäure geholt. Wir haben das große Glück,  hier an der Sophie-Scholl-Schule dieses ausgezeichnete und qualitativ besonders hochwertige Wasser kostenlos zur Verfügung gestellt zu bekommen. Es stammt aus einem Eiszeitsee bei Bad Hindelang und ist sehr mineralhaltig. An der „Wasserstelle" darf sich jeder selbst versorgen. Der Quellwasserdienst sorgt im Laufe des Vormittags für Nachschub, sobald die Krüge geleert sind. Der erfahrbare Genuss des Wassers wird gekoppelt an die Sensibilisierung  für das Thema Wasser als kostbarer Rohstoff, welches nicht in allen Teilen der Welt so selbstverständlich zur Verfügung steht wie bei uns. Auch hier geht es darum sich ein verantwortungsbewusstes globales Denken und Handeln anzueignen.
  • Service & Kassendienst
    Eine wichtige Aufgabe des Services und Kassendienstes ist es zu Beginn der Verkaufszeit den Warenbestand und den Kassenstand zu prüfen. Über den gesamten Vormittag stehen sie für Kundenwünsche zur Verfügung. Sie arbeiten an ihren Wochenplänen und werden bei Bedarf von potentiellen Kunden angesprochen. Darüber hinaus gehen sie einmal am Vormittag durch die Lernräume und nehmen Bestellungen der Schülerinnen und Schüler, sowie der Lehrkräfte an. Dabei trainieren sie ihre sozialen Kompetenzen, wie höfliches Auftreten, freies Reden vor einer Gruppe und das Erproben von Verkaufsstrategien. Die Zubereitung von Cappuccino und Tee, sowie das Einhalten der Hygienestandards im Umgang mit Lebensmitteln sind weitere Herausforderungen.
  • Ordnungsdienst
    Die Verantwortlichen dieses Dienstes haben die Aufgabe den einladenden Zustand des „Fairen Schülercafés/Login-Wand-Raumes" als Pausen- und zentraler Lernort zu gewährleisten. Dazu gehört es in regelmäßigen Abständen für Frischluft zu sorgen und insbesondere auf die Einhaltung der Flüstersprache sowie des respektvollen Umgang miteinander zu achten.

Gesunde Pause: Pausenkiosk „Snackeria"

Jede Woche bietet eine Klasse aus der Primarstufe für die ganze Schule ein gesundes Pausenfrühstück an. Die Schüler bereiten den Pausensnack selbst zu.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Was hat denn so eine „Gesunde Pausen - Aktion" mit Schulunterricht zu tun?

Jede Menge!

Die Lerninhalte der verschiedenen Fächer werden integriert: In Mathe stehen beispielsweise das Rechnen mit Geld, Kalkulieren im Zahlenraum bis 20/100 und Sachrechnen auf dem Programm. Das Erlesen des Rezeptes und die Sinnerfassung des Inhaltes, die Gestaltung eines übersichtlichen Werbeplakates mit den wichtigsten Informationen – diese Inhalte lassen sich dem Fach Deutsch zuordnen. Das gesunde Pausenfrühstück hat insgesamt auch immer einen Bezug zu einem globalen Thema (Sachthema). Mit fairen und allergiegerechten Zutaten wird dem gesunden Lernen Rechnung getragen. Personale und soziale Lernziele wie Verantwortungsübernahme, Teamarbeit, über sich Hinauswachsen sowie die Präsentation von Lernergebnissen stehen im Mittelpunkt.

So viele verschiedene Lerninhalte umfasst ein Pausenverkaufsvormittag.

Mit Plakaten, die die Schüler vorher im Unterricht hergestellt haben, sollen die anderen Schüler auf das Pausenkiosk und die aktuellen Snacks aufmerksam gemacht werden. Die Schüler starten eine Werbeaktion: Dafür überlegen sie sich passende Werbeslogans und präsentieren das Ergebnis einen Tag vor dem Verkauf kreativ in den anderen Klassen. Das ist oft gar nicht so leicht und viele Kinder kostet es Mut, zu den „Großen" zu gehen und dort Werbung zu machen.

In der Küche sammeln die Kinder viele unterschiedliche Erfahrungen: Vom Händewaschen über das Lesen von Rezepten, das Zubereiten der „Snacks" bis zum Umgang mit dem Geld beim anschließenden Pausenverkauf werden unterschiedliche Aspekte behandelt. Das gesamte Vorhaben ist in den Unterricht integriert, das heißt ein übergeordnetes Thema bildet den Rahmen für die Unterrichtssequenz zur „Snackeria".
Im Wechsel bereitet ein Teil der Klasse die Snacks zu, während der andere Teil sich mit Hilfe von Freiarbeitsmaterialien inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzt. Die Schüler merken schnell, wie viel Arbeit, Zeit und Freude es bedeutet, einen Pausenverkauf vorzubereiten und durchzuführen.

Nachdem die Arbeiten in der Küche verteilt und die Snacks zubereitet und angerichtet sind, bereiten die Schüler den Verkauf vor. Dafür bauen sie vor ihrem Klassenzimmer einen Verkaufstisch und zusätzlich einen Informationstisch mit Lernmaterialien auf. Die Schüler aus den anderen Klassen können ihre individuelle Pause nutzen, um dort einen Pausensnack zu erwerben und sich zu informieren. Verschiedene Posten, wie, Kassierer und Allergielistenmeister übernehmen die Schüler selbst.

 

Seit einiger Zeit gibt es im Grundschulbereich der Sophie-Scholl-Schule die Aktion „Schulobst".

Der Obstdienst ist für die Zubereitung des Obstes zuständig. Bevor er mit dem Obst und Gemüse in Berührung kommt, muss er sich sorgfältig die Hände waschen.
Und dann geht es los mit dem Schneiden!

Weil viele von uns Allergien haben,  muss der Obstdienst gut aufpassen, dass er nach jedem Obst oder Gemüse das Messer und das Schneidebrett wieder gründlich abwäscht.

Wenn alles fertig geschnitten ist, verteilt der Obstdienst das Obst und Gemüse auf verschiedene Schalen.

Die Schalen werden auf den „Obsttisch" gestellt. Nun wissen alle Kinder, dass das Obst und Gemüse zum Essen bereit steht.

Zum Schluss werden alle benutzten Schüsseln, Schneidebretter, Messer und Gläser mit warmem Wasser gespült und abgetrocknet.

Julia hat den Obstdienst einmal für uns gefragt, was noch alles wichtig ist!

Julia: Hallo Dimitri! Welches Obst und Gemüse gibt es denn heute?

Dimitri: Hallo Julia! Heute sind Gurken, Karotten und Äpfel im Körbchen!

Julia: Wann darf ich denn Obstpause machen?

Dimitri: Das kannst du dir selbst aussuchen. Aber insgesamt sind es zwei Minuten.

Julia: Und mit wem darf ich Obstpause machen?

Dimitri: Es sind immer zwei Stühle am Obsttisch. Das bedeutet also immer zu zweit.

Julia: Was ist, wenn jemand allergisch ist?

Dimitri: Wir schauen vorher auf die Allergieliste. Dann wissen wir, wer zum Beispiel keine Karotten essen darf.

Julia: Warum gibt es die Obstpause eigentlich?

Dimitri: Weil im Obst viele Vitamine sind. Und mit denen bleiben wir gesund und können besser lernen!

 

In besonderer Form bietet ZITAT(h)E -Zirkus – Tanz – Theater-die Möglichkeit, kreative, künstlerische, musische, soziale und motorische Fähigkeiten zu fördern und zu fordern. Dabei entscheiden die Schüler/-innen mit, in welchem Bereich sie ihren Schwerpunkt setzen wollen. Höhepunkt ist die Präsentation der Kunststücke, Lieder, Tänze und Theaterstücke, die alle vier Wochen stattfindet. Die Schüler/-innen gestalten bei dieser modernen Form des Musik-Kunst-Sprach- und Sportunterrichts eine Aufführung voller Aktion mit. Zuschauer werden dazu natürlich herzlich und persönlich eingeladen.

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Riedlesweg 9
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